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Auf schmalen Kufen Damen-Eiskunstlauf bei Olympia 2026.

Die fünf Wettbewerbe Damen-Einzellauf, Herren-Einzellauf, Paarlauf, Eistanzen und sogenannte Team-Konkurrenzen gehören zum fast täglichen Programm auf der spiegelglatten Eisfläche der XXV. Olympischen Winterspiele 2026.
Das Eiskunstlaufen zählt zu jenen Sportdisziplinen, in denen die weiblichen Teilnehmerinnen (natürlich) völlig gleichberechtigt sind. In den vier Wettbewerben «Solo», «Team», «Paar» und «Eistanz» zeigen die Sportlerinnen demnächst auf den drei bis vier Millimeter breiten Schlittschuhkufen weitere «Kringel, Kapriolen und Grätschen».
Eine der ersten Eiskunstlauf-Briefmarken stammt aus der Schweiz (Abb. 1)! Der 5-Rp.-Wert erschien 1965 zur Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft in Davos. Ohne Vollständigkeit zu beanspruchen, findet der (Sportmotiv-)Markensammler gleich vier überragende Läuferinnen des letzten halben Jahrhunderts auf philatelistischen Sonderwerten, die uns früher ihr Können demonstriert hatten:
Der Markenblock Boliviens (Abb. 2) stellt die Norwegerin Sonja Henie (1912-1969) vor, die dreimal (1928, 1932, 1936) Olympisches Gold gewann und darüber hinaus zwischen 1927 und 1936 zehnmal hintereinander Weltmeisterin wurde. Auf der Dreiecksmarke der Dominikanischen Republik (Abb. 3) schraubt sich (wie vom Boden losgelöst!) die US-Amerikanerin Tenley Albright (*1935), unter anderem Olympiasiegerin 1956 und zweifache Weltmeisterin 1953 und 1955, auf ihren Schlittschuhen nach oben.
Die Niederländische Post widmete ihrer Landsmännin Sjoukje Dijkstra (*1942) im Jahre 2012 eine Briefmarke (Abb. 4) und würdigte sie auf diese Art für ihren Olympiasieg 1964 und ihre drei WM-Titel von 1962 bis 1964. Noch erfolgreicher als die Holländerin war Kati Witt (*1965) als zweifache Olympiasiegerin von 1984 und 1988 und vierfache Weltmeisterin der Jahre 1984, 1985, 1987 und 1988. Auf dem Briefmarkenblock von Nordkorea (Abb. 5) sind ihre Posen nachgestellt. Weitere Spitzenplatzierungen der einmal als «Vorzeigefrau des DDR-Sport» Genannten und ihrer drei zuvor auf den Briefmarken abgebildeten Eiskunstläuferinnen würden den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Doch die erste Eiskunstlauf-Briefmarke überhaupt erschien in Ungarn 1925 innerhalb eines achtteiligen Sport-Satzes (Abb. 6). Und wer ist abgebildet – natürlich ein männlicher Kufenartist.

400-mal Eiskunstlauf
Zu Beginn des Jahres 2026 sind weltweit nahezu 400 Eiskunstlauf-Briefmarken nachzuweisen. Darunter befinden sich auch jene Staaten, die keinen Winter in unserem europäischen Sinne sowie Natur- und Kunsteisbahnen nur aus den Medien kennen.
Doch wieder zurück zum wettkampfmässigen Eiskunstlauf, der den Frauen lange Zeit verwehrt geblieben war, obwohl beispielsweise gefrorene Teiche und Seen in ihrer Nähe existierten. Nicht nur gesellschaftliche und medizinische Argumente verhinderten die Zulassung, sondern auch die Rechtfertigung, dass (vor allem) männliche Punktrichter die Leistungen nicht objektiv bewerten könnten, da sie sich zu sehr von der weiblichen Anmut beeinflussen lassen könnten ...
Es hat sich sogar bis heute das Gerücht über eine dubiose Regelung gehalten, dass bei Frauen Wettbewerben die Kampfrichter eine blaue Brille aufsetzen sollten. Dies dürfte vor allem daran gelegen haben, dass in England um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert Königin Victoria (* 1819 † 1901) herrschte. Und die Regentin soll puritanisch gewesen sein, was dazu führte, dass die ersten «echten» Eiskunstläuferinnen sich ganz viktorianisch in schweren Wollkleidern und Unterröcken (wie der Österreich-Wert von 1967 - Abb. 7) auf die Eisflächen wagten! Aufgrund dieser einheitlichen Kleiderordnung wurden harmonische Bewegungen sowieso schon massiv erschwert – also benötigten die Juroren dann doch keine Sehhilfe!

Unorthodoxer Auftritt in Männerdomäne
Da die Original-Wettkampfordnung vor über hundert Jahren etwas schwammig und eigentlich nur für Männer vorgesehen war, mussten aktive Eislauf-Damen darin nach (Auslegungs-)Lücken spähen. Dies gelang der Engländerin Florence Madeline Syers eigentlich als erstbeste und sogar sehr erfolgreich! Bei der (Herren-)Eiskunst-Weltmeisterschaft 1902 in London belegte sie hinter dem siegreichen Schweden Ulrich Salchow den zweiten Rang. Der Gewinner überreichte ihr sogar nach dem Wettkampf demonstrativ seine Siegertrophäe, weil er meinte, sie sei besser gewesen als er.
Den Titel samt Goldmedaille holte sich eben diese Frau Syers bei den ersten Damen-WM-Wettbewerben 1906 in Davos und bei den Olympischen Spielen 1908 in London, als bei den modernen IV. Sommerspielen in der britischen Metropole auch Eiskunstlaufen auf dem Programm stand. Zusammen mit ihrem Ehemann Edgar Syers sicherte sie sich zusätzlich die Bronzemedaille im Paarlauf.
Kommen wir noch einmal zur Kleidung der aktuellen Eiskunstläuferinnen zurück, die life in der Eiskunstlaufarena, vor dem Fernsehgerät, auf Star-Fotos und natürlich auf Briefmarken begutachtet werden können. Grundsätzlich hiess es einige Jahrzehnte in der Garderobe-Ordnung, dass die auf Eis laufenden Damen einen Rock anziehen sollten, der zur Musik und Choreografie passt. Seit 2004|2005 sind für die Frauen im Paarlauf auch Hosen erlaubt.
Was unter dem Kleidchen getragen wird und bei Drehungen (Pirouetten) und diversen Sprungkombinationen (nämlich: Salchow, Rittberger, Axel, Flip, Toeloop usw.) hervorschaut, verraten schon immer die entsprechenden BriefmarkenMotive (Abb. 8). Man muss nur suchen!
Aparte Beispiele sind die vier Weltmeisterschafts-Briefmarken mit den Eiskunstläuferinnen aus Japan (Tokio; 1977), Dänemark (Kopenhagen; 1982), Ungarn (Budapest; 1988) und Kanada (2001; Vancouver) (Abb. 9-12). Sie zeigen, wenn überhaupt, (Strumpf-)Hose, Body oder Trikot in gleicher Farbe wie der Rock.
Bleibt abschliessend noch ein Blick auf die «Spagate». Dabei wird uns Sammlern präsentiert, dass die Schlittschuh-Frau durchaus auch andersfarbige Dessous anziehen kann, wie beispielsweise die drei Marken aus Rumänien (1968 | 1972 | 1976) und der russische Wert von 2002 (Abb. 13-16) durchaus dezent beweisen. Doch auch beim Damen-Eiskunstlauf gilt: Die Kleidermode ist nie endgültig!




Quellen
Deutsche Eislauf-Union e.V. www.eislauf-union.de Diem, Carl Weltgeschichte des Sports (2 Bände) IMOS-Journale www.imos-online.net Internet-Suchmaschinen www.google.de & www.wikipedia.org Lipsia-Katalog Sport auf Briefmarken Michel-Briefmarkenkataloge www.briefmarken.de Österreichisches Olympia-Museum www.oeoc.at/museum/ Olympia-Auktionen Ulf Stroem www.swipnet.se Petermann, Alfred Sport-Lexikon Privatsammlung Wintersport-Belege Eiskunstlauf-Münzen und –Briefmarken Schmidt, G.,Dr. | Schneider, G. Sport und Briefmarken Umminger, Walter Sport-Chronik. 5000 Jahre Sportgeschichte