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Internationale Briefmarken-Börse Ulm (27. bis 29. Oktober 2022)

Gelungener Neustart: Die Internationale Briefmarken-Börse begeisterte!

Lange Schlangen am Eingang und an den Verkaufsständen: Der Neustart der Internationalen Briefmarken-Börse vom 27. bis 
29. Oktober 2022 in der schönen Donaustadt Ulm war ein voller Erfolg! 

Tausende Briefmarkensammler 
aus Deutschland und dem angrenzenden Ausland strömten an drei Tagen in die Hallen 1 und 2 der Ulm-Messe und sorgten für zufriedene Gesichter bei den rund 80 Händlern, Postverwaltungen und Zubehörherstellern. Kaum jemand, der nicht von guten bis sehr guten Umsätzen sprach. Am Stand der Deutschen Post waren die Briefmarken zeitweise sogar ausverkauft.

Gefragt waren aber nicht nur neue und alte Briefmarken, sondern auch Belege aller Sammelgebiete. Gerne genommen wurden die fünf Sonderstempel der Deutschen Post und die Messeprodukte der teilnehmenden ausländischen Postverwaltungen. 

Einen Ansturm gab es auch auf die Beratungsstände in Halle 2. Experten der Verbände beantworteten alle Fragen rund um das Hobby und nahmen auch Bewertungen vor. Die Infostände der knapp 40 Arbeitsgemeinschaften boten tiefere Einblicke in einzelne Sammelgebiete, und mehrere Fachvorträge erfreuten vor allem postgeschichtliche Sammler.
Mit Spannung wurden die Ergebnisse der internationalen Wettbewerbsausstellung «Postgeschichte LIVE» erwartet. «Goldene Posthörner» gingen an Karlfried Krauss (D), Angelo Teruzzi (I), Dr. Wolfgang Leupold (D), Jürgen Herbst (D), Luc Selis (BE) und Willy Monfils (BE). Jürgen Herbst erhielt darüber hinaus den DASV-Literaturpreis für sein Handbuch über sächsische Freimarken und deren Entwertungen.


Der Termin der nächsten Internationalen Briefmarken-Börse steht bereits fest: Sie findet vom 26. bis 28. Oktober 2023 wieder in der Ulm-Messe statt.

Aktuelle Informationen unter 

www.briefmarken-messe.de




SBZ_4_2022

135 Jahre SBZ

Mit der vorliegenden ersten Ausgabe des Jahres 2023 beginnt die SBZ ihren 
135. Jahrgang. Wie schon an anderer Stelle geschrieben, ist die SBZ die weltweit drittälteste existierende philatelistische Fachzeitschrift. Nur um einige Monate älter sind «The American Philatelist» in den USA und «L‘Echo de Timbrologie» in Frankreich. Das sollte uns Schweizer Philatelisten mit Stolz erfüllen und vor allem sollten wir alles daran setzen, die SBZ im bisherigen Stil und Sinn weiterzuführen und nicht mit kleinkarierten und niveaulosen Streitereien dieses Ziel aus den Augen verlieren.

Mit der Betonung auf «philatelistische Fachzeitschrift» ist zu hoffen und anzustreben, dass die SBZ auch in Zukunft diesem Anspruch gerecht und dieses kostbare Erbe nicht gefährdet wird.

Der Schreibende kann das nur noch in den kommenden sechs Monaten erfüllen bis und mit der SBZ 7–8/2023, denn die Amtszeit des Chefredaktors dauert gemäss SBZ-Reglement des VSPhV nach einer Abwahl noch sechs Monate, damit ein einigermassen sinnvoller Übergang sichergestellt werden kann.

Mit dem 135. Jahrgang verabschiedet sich auch der Druck der SBZ nach ebenso vielen Jahren aus der Schweiz! Grundsätzlich bin ich ein Verfechter des Labels «Printed in Switzerland», aber die Wirtschaftlichkeit zwingt uns zu diesem Schritt. Die Verlagerung nach Deutschland ist mit Minderausgaben ab 2023 von rund 
CHF 20 000.– verbunden! 

Da habe ich dann wenig Verständnis für die (zurückgewiesenen) Forderungen eines Tessiner Vertreters und seiner Entourage an der Delegiertenversammlung, mir die Decharge zu verweigern und gleichzeitig noch CHF 30 000.– zurück-zufordern! Letzteres, weil meine Nachfolgerin mit einem Dumpingangebot zu meiner Abwahl beigetragen hat.

Erwähnenswert an dieser Stelle ist auch ein Blick auf die deutsche Verbands-zeitschrift «philatelie» und deren Abwahl des Chefredaktors Wolfgang Maassen vor einigen Jahren. Er wurde nach 28 Jahren erfolgreicher Tätigkeit auf ähnlich unschöne Weise «abserviert». 

Interessant in diesem Zusammenhang ist der Vergleich des deutschen Verbandes BDPh und des VSPhV. Der deutsche Verband hat rund zehnmal mehr Mitglieder als wir. Einen Nachfolger für Wolfgang Maassen liess sich innerhalb des BDPh nicht finden, so ging die Betreuung der «philatelie» an den Philapress-Verlag in Göttingen, der u. a. die «DBZ» und den «Briefmarkenspiegel» herausgibt. Besser geworden ist die deutsche Verbandszeitschrift allerdings nicht … 

Und auch die österreichische Verbandszeitschrift «Die Briefmarke» wird seit einigen Jahren mangels geeigneter Persönlichkeiten im eigenen Land beim Schwaneberger Verlag (MICHEL-Kataloge) in Deutschland produziert.

Und wir Schweizer? Wir wissen natürlich alles besser und zaubern umgehend eine adäquate Nachfolge aus dem Hut: die Verbandssekretärin und gleichzeitig Briefmarkenhändlerin übernimmt nun diesen anspruchsvollen Job. Nachdem die Hälfte der Delegierten nicht den Wahlvorschlägen des Zentralvorstandes gefolgt sind und sich von den falschen Zahlen meiner Nachfolgerin blenden liessen, stehen die bestens bekannten «Querschläger» ab Mitte 2023 in der Verantwortung!

Der SBZ wünsche ich trotz diesen Misstönen ein erfolgreiches Jubi-läumsjahr!

Hans Schwarz, Chefredaktor





SBZ 1–2/2023

Januar/Februar 2023

Die SBZ erscheint 9-mal pro Jahr mit Doppelnummern im Januar/Februar, Mai/Juni und Juli/August.

Die Ausgabe 1–2/2023 bietet wie gewohnt ein breites Spektrum an philatelistischen Fachartikeln aus verschiedenen Gebieten und für Sammler und Philatelisten aller Altersklassen, für Einsteiger wie für fortgeschrittene Philatelisten und Spezialisten.

Schwerpunktthemen in dieser Ausgabe sind u.a. die Artikel:

"Ein digitaler Briefmarkenkatalog"

und

"Das merkwürdige Umadressieren von Postpaketen im Durchgangs-transit"

Rechts finden Sie eine Inhalts-übersicht zur aktuellen Ausgabe.

Besuchen Sie regelmässig die Website der SBZ, Sie werden immer wieder Aktuelles und Neues aus der Welt der Philatelie finden.

Selbstverständlich sind wir auch für Anregungen und Kritik offen. 

Richten Sie dafür eine E-Mail an den Chefredakteur: 

nfbrfmrknztngch

Viel Vergnügen!

Verspätete Zustellung der SBZ 1–2/2023

Ab diesem Jahr wird die SBZ neu in Kassel/Deutschland gedruckt, was dem VSPhV Minderausgaben von jährlich rund CHF 20'000.– bringt. Die bisherige Druckerei Birkhäuser+GBC in Reinach BL hat für 2023 höher Druckkosten von rund CHF 5'000.– angekündigt, primär bedingt durch höhere Papierpreise. Auf der anderen Seite druckt die Printec in Kassel die SBZ jährlich um rund CHF 15'000.– günstiger.

Damit verbunden ist auch der Versand ab Deutschland. Für die Schweizer Empfänger wird die SBZ von einem Spediteur in die Schweiz ins Briefzentrum Härkingen geliefert, der Schweizer Empfänger merkt also gar nicht, was sich gegen bisher geändert hat.

Die Doppelnummer 1–2/2023 wird seit Jahren erst Anfang Januar gedruckt und verschickt. Dies, weil sowohl Redaktion als auch Druckerei über die Festtage nicht durchgehend arbeiten!

Bei dieser Ausgabe ist insofern ein kleines Missgeschick passiert, indem die Schweizer Auflage nicht wie geplant am Donnerstag, 12. Januar in Härkingen angeliefert wurde, sondern erst am Freitag, 13. Januar 2023. Das darauffolgende Wochenende hat zu einer Verzögerung der Zustellung geführt.

Wir bitten um Verständnis.

                                                                            Hans Schwarz, Chefredaktor SBZ


Der BDPh organisiert zwei virtuelle Ausstellungen – Last-Minute- Möglichkeit zur Qualifizierung zur IBRA:


Leider sind auch dieses Jahr viele Briefmarkenausstellungen ausgefallen. Der BDPh organisiert daher vom 3.-24.9.2022 zwei virtuelle Ausstellungen: Zum einen eine virtuelle Naposta im Rang 1. Diese Ausstellung richtet sich ganz besonders an Aussteller, die sich noch zur Teilnahme an der IBRA im Mai 2023 qualifizieren wollen. Parallel wird die «Modern 2022» ausgerichtet, die als regionale Briefmarkenausstellung v.a. auf Erstaussteller ausgerichtet ist und auf erfahrene Aussteller, die Lust haben, sich einmal an einem «modernen» Thema zu versuchen. Wir haben den Schnittpunkt bewusst bei 1949 gewählt, was die Auswahl an Themen deutlich breiter macht.

Mehr Informationen, die Ausstellungsordnungen sowie die Anmeldeformulare finden sie unter 

www.bdph.de/napoasta-modern





Unzureichend frankierter Brief über den Taxgrenzpunkt "Mitte Schaffhausen–Basel" in das Grossherzogtum Baden

von Robert Bäuml

Ein wesentlicher Bestandteil des Postvertrages zwischen der Schweiz und dem D.Ö.P.V. war die Schaffung einheitlicher Tarifstrukturen. Um die Berechnung der Brieftaxen in die deutschen Staaten zu erleichtern, vereinbarte man, die Schweiz in zwei und die deutschen Staaten in drei sog. Taxrayons aufzuteilen, jeweils ausgehend von einem
fixen Taxgrenzpunkt entlang des Grenzverlaufs zwischen der Schweiz, Baden, Württemberg und Bayern.

Vor dem 1. Februar 1855 war St. Gallen für einen Brief nach Freiburg/Baden noch dem Taxgrenzpunkt «Mitte Konstanz–Schaffhausen» zugeordnet, was somit die Gebührenberechnung für den 1. Schweizer Taxrayon bedeutete. Ab 1. Februar 1855 fiel St. Gallen für einen Brief nach Freiburg/Baden zum Taxgrenzpunkt «Mitte Schaffhausen–Basel», damit lag St. Gallen für die Briefbeförderung nach dem badischen Ort Freiburg im 2. Schweizer Taxrayon, was zur Folge hatte, dass der Schweizer Taxanteil für einen Brief bis 1 Loth bei 20 Rp. lag. Der Vollständigkeit halber sei auch erwähnt, dass Briefe aus St. Gallen zu dieser Zeit z. B. in die östlichen resp. südöstlichen Regionen Badens durchaus über den Taxgrenzpunkt «Konstanz–Schaffhausen» geleitet werden konnten und somit nach wie vor dem 1. Schweizer Taxrayon zugeordnet waren.

Es entstanden die Taxgrenzpunkte «Mitte Lindau–Kon-stanz», «Mitte Konstanz–Schaffhausen» sowie «Mitte Schaffhausen–Basel». Die Leitung der Briefe aus der Schweiz und der dafür vorgesehenen Taxgrenzpunkte richtete sich unter anderem auch nach der geographischen Lage der deutschen Empfangsorte und dem dafür schnellsten Beförderungsweg. Insbesondere war auch massgebend, welcher Schweizer Ort für welchen der Taxgrenzpunkte – nach amtlicher Vorgabe – infrage kam.

Im Vergleich mit dem Taxgrenzpunkt, der gewisser-massen als fixe Masseinheit diente, änderte sich in den 50er-Jahren des 19. Jahrhunderts ein paar Mal die Zugehörigkeit von Orten und Kantonen zu diesen Fixpunkten. Dies blieb nicht ohne Einfluss auf die für den Brief zu bestimmende Höhe der Frankatur, wie uns nachfolgendes Belegbeispiel vor Augen führt.

Spätestens zum 1. Dezember 1859 erfolgte eine Umkehr zur alten Regelung und St. Gallen war für den Briefversand nach Freiburg/Baden wieder dem Taxrayon «Mitte Konstanz–Schaffhausen» angegliedert (1. Schweizer Taxrayon), mit dem Hinweis «unabhängig auf die Instradierung der Sendung»! Der Gebührenanteil für einen Brief (bis 1 Loth) war nun wieder 10 Rp., was auch auf vorliegendem Exemplar zum Tragen kam. Freiburg als Zielort war ebenfalls dem 1. Vereinsländischen Taxrayon zugeordnet, mit 10 Rp. resp. 3 Kr. Gebührenanteil.

Mit der Frankatur von 40 Rp. wähnte man zunächst den Brief in der 2. Gewichtsstufe (je 20 Rp. für die Schweiz und für Baden). Etwas später fand man bei einer Kontrolle und dem Nachwiegen des voluminösen Briefes heraus, dass das Gewicht bei 2¼ Loth lag (siehe Rötelnotiz links oben), d. h., er wog über 30 bis 45 g und lag damit in der 3. Gewichtsstufe. Die mit blauer Tinte notierten «3» (Kr.) mussten annulliert und auf eine «6» (Kr.) korrigiert werden. Es war dies der vom Empfänger als Nachtaxe zu erhebende, fehlende Gebührenanteil!

Zusammenfassend kann konstatiert werden: Der Brief von St. Gallen nach Freiburg/Baden lag in der 3. Gewichtsstufe. Beim Beförderungsweg aus dem 1. Schweizer Taxrayon in den 1. Vereinsländischen Taxrayon wäre die Sendung mit 60 Rp. anstatt mit 40 Rp. zu frankieren gewesen (anteilig für die Schweiz wie für Baden je 3 × 10 Rp.). In Baden verblieben die in Freiburg zu erhebenden 6 Kr. (= 20 Rp.) und die Schweiz hatte von den erhaltenen 40 Rp. noch 10 Rp. (= 3 Kr.) an Baden zu vergüten (siehe rückseitige Rötelnotiz «3»). Eine ebenfalls rückseitig notierte «9» (Kr.) hätte den badischen Gebührenanteil korrekt ausgewiesen, wenn der Brief richtig frankiert und ohne Nachtaxierung eingegangen wäre. So aber war die «9» mit Rötelstrichen zu annullieren.

(SBZ 7–8/2021)

Abb. 1. Fahrpost-Tarifliste

Brief der 3. Gewichtsstufe von St. Gallen nach Freiburg/Baden vom 18. Dezember 1860.
(Vorderseite und Rückseite)

Probeartikel
Test
Test
timbre classique