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Beleg des Monats

Vertrag mit der FIP unterzeichnet

Die Weltausstellung «HELVETIA 2022» in Lugano wird Realität!


Letztes Jahr haben die Schweizer Vereine dem Beitrag des Verbandes (VSPhV) an die geplante Weltausstellung «HELVETIA 2022» in Lugano (18. bis 22. Mai 2022) grossmehrheitlich zugestimmt.
Dem zuständigen FIP-Kommissar Bernard Jimenez wurde die Kompetenz übertragen, den Vertrag zwischen der FIP und dem Schweizer Verband sowie dem OK der «HELVETIA 2022» zu unterzeichnen. Jimenez hat den Vertrag in Frankreich unterschrieben und per Post in die Schweiz geschickt. Eigentlich wollte man sich in Lugano treffen und die Unterzeichnung mit einer kleinen Zeremonie durchführen. Coronabedingt musste dieses Treffen allerdings abgesagt werden. Die Unterzeichnung des Vertrages durch die Schweizer Vertreter, OK-Präsident Adriano Bergamini und Verbandspräsident Rolf Leuthard, im Beisein des Sekretärs des OKs, Jean Voruz und von Jean-Pierre Senn, Geschäftsleiter der FORS AG, wurde an deren Firmensitz in Studen BE vollzogen, neben Corinphila Auktionen AG und der Axion Swiss Bank SA, Lugano, einem der Hauptsponsoren der «HELVETIA 2022». Ferner unterstützt die Stiftung zur Förderung der Philatelie die Ausstellung mit einem namhaften Betrag.

Im OK sitzen Persönlichkeiten, die Erfahrung haben in der Planung und Durchführung von grossen Ausstellungen, insbesondere von Weltausstellungen. Natürlich ist Lugano nicht London oder Stockholm, die Schweiz will sich aber nach bald 50 Jahren – die letzte Weltausstellung mit FIP-Anerkennung fand 1974 in Basel (INTERNABA) statt – endlich wieder einmal auf dem internationalen Parkett präsentieren.

Die Schweizer Post wird dieses Jahr im Vorfeld der Ausstellung mit einer entsprechenden Briefmarken-ausgabe auf die kommende Ausstellung hinweisen und die Motivation aller Beteiligter fördern.

SBZ_3_2021

Editorial der SBZ 3/2021:

"Sammler sind glückliche Menschen!"

Man könnte an dieser Stelle auch ein weiteres Mal über die Corona-Pandemie schreiben, denn das Thema ist nach wie vor aktuell, allerdings sind die Menschen langsam aber sicher «coronamüde».
Doch haben sich in den vergangenen Monaten auch die «positiven» Seiten der Pandemie gezeigt: Die Sammlerinnen und Sammler haben Zeit, sich vermehrt auf ihr Hobby in ihren vier Wänden zu konzentrieren und Liegengebliebenes aufzuarbeiten.
Daneben finden sie ein schier unerschöpfliches Angebot der Auktionshäuser. Das hat für diese einen traumhaften Geschäftsgang zur Folge. Es zeigt sich dabei auch – verfolgt man die Bietergefechte im Internet –, dass die Philatelie keineswegs in der Krise ist. Davon ausgenommen ist das Vereinswesen, aber mit diesem Problem sind wir in der Philatelie nicht allein.
Das gibt mir auch wieder einmal die Gelegenheit, dass es ohne die grosszügige Unterstützung unserer Inserenten und selbstverständlich den Verbandsbeiträgen unserer Mitglieder sowie unseren Abonnenten nicht möglich wäre, eine Fachzeitschrift wie die SBZ auf so hohem Niveau und mit einem so attraktiven Preis zu realisieren. Und das notabene seit 133 Jahren! Die SBZ ist übrigens die weltweit drittälteste existierende philatelistische Fachzeitschrift. Diesem Erbe müssen wir Sorge tragen!
Und spinnt man den Faden des Geldes noch etwas weiter, kommt man zu 
einem grossen Schweizer Dichter, der am 5. Januar dieses Jahres seinen 
100. Geburtstag hätte feiern können: Friedrich Dürrenmatt. Er liebte den Luxus, konnte ihn sich aber erst nach dem Erfolg seines Theaterstücks «Der Besuch der alten Dame» leisten.
Zuvor war er nicht in der Lage, mit seinem Schreiben das Geld zu erwirtschaften, das er brauchte, um seine fünfköpfige Familie zu ernähren. In die Bresche sprangen 170 «geistig interessierte und kulturbewusste Menschen», die – veranlasst durch einen Aufruf im «Beobachter» –, dem Dichter drei Jahre lang 
5 Franken pro Monat überwiesen. Zwischen 850 und 560 Franken monatlich bezog Dürrenmatt aus diesem frühen «Crowdfunding». Das war damals viel Geld. Eine Fachkraft der Schweizer Uhrenindustrie verdiente 1951 durchschnittlich 843 Franken.
Die Geschichte der grosszügigen Spender wäre heute vergessen, hätte sie nicht der «Beobachter» anlässlich des 100. Geburtstages von Dürrenmatt aus der Vergessenheit geholt. Denn trotz des pessimistischen Weltbildes, das Friedrich Dürrenmatt in seinem Besuch der alten Dame vermittelt, ist der Mensch eben nicht nur schlecht. Mögen manche sich von ihrer Geldgier verführen lassen, entwickeln andere eine uneigennützige Grosszügigkeit.
Dass Geld allein nicht glücklich macht, ist allgemein bekannt. Es soll sich deshalb jeder über seine Käufe freuen, die innerhalb seines Budgetrahmens liegen. Sie kennen sicher das Zitat von Goethe: «Sammler sind glückliche Menschen.» Und das ist die Hauptsache bei unserem Hobby. 

An dieser Stelle danke ich meiner Kollegin Ursula Kampmann von der «MünzenWoche». Von ihr stammen die Gedanken zu Dürrenmatt.



SBZ 3/2021

Ausgabe März 2021

Die SBZ 3/2021 bietet wie gewohnt ein breites Spektrum an philatelistischen Fachartikeln aus verschiedenen Gebieten und für Sammler und Philatelisten aller Altersklassen, für Einsteiger wie für fortgeschrittene Philatelisten und Spezialisten.

Rechts finden Sie eine Inhalts-übersicht zur aktuellen Ausgabe.

Besuchen Sie regelmässig die Website der SBZ, Sie werden immer wieder Aktuelles und Neues aus der Welt der Philatelie finden.

Selbstverständlich sind wir auch für Anregungen und Kritik offen. 

Richten Sie dafür eine E-Mail an den Chefredakteur: 

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Viel Vergnügen!

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IBRA 2021 wird verschoben!

(BDPh/pcp) Die für Mai 2021 in Essen geplante Briefmarken-Weltausstellung IBRA wird wegen der Corona-Pandemie verschoben. Dies hat der Vorstand des Bundes Deutscher Philatelisten e.V. (BDPh) in einer außerordentlichen Sitzung gemeinsam mit Mitgliedern des IBRA-Kernteams beschlossen. „Wir bedauern das sehr, aber die derzeitige Planungsunsicherheit ist zu groß“, sagte BDPh-Präsident Alfred Schmidt nach der Telefonkonferenz. Geplant wird die IBRA jetzt für das Jahr 2023, die Gespräche mit der Messe in Essen sind dazu bereits angelaufen. Dabei bevorzugt der BDPh einen neuen Termin im Mai 2023.
Alfred Schmidt und BDPh-Generalkommissar Walter Bernatek betonten, dass sich der Verband die Entscheidung nicht leicht gemacht habe: „Leider lässt uns die aktuelle Lage bei Betrachtung aller vorliegenden Fakten und Einschätzungen aber keine andere Wahl.“ Dabei wurden unter anderem die allgemeine Situation der Pandemie, gültige Hygienekonzepte, allgemeine Vorschriften für Veranstaltungen sowie Entwicklungen im weltweiten Flugverkehr bzw. Reisewarnungen und Quarantänevorschriften analysiert und gewichtet.
Der Verband bedankt sich bei den Sponsoren sowie den zahlreichen Förderern, die sich in den vergangenen Monaten mit erheblichen Summen für die IBRA eingebracht haben. Auch hier finden jetzt Gespräche statt, um die weitere Zusammenarbeit abzustimmen und gegebenenfalls in veränderte Verträge münden zu lassen.


Gleichzeitig verwiesen Alfred Schmidt und Walter Bernatek auf die gute Zusammenarbeit mit der FIP, dem Weltverband der Philatelie. Die Gespräche mit FIP-Präsident Bernard Beston (Australien) und dem zuständigen FIP-Consultant Reinaldo Macedo (Brasilien) seien stets konstruktiv gewesen. „Wir werden jetzt gemeinsam mit unseren Partnern über den weiteren Weg zur IBRA in Deutschland sprechen“, kündigte die BDPh-Spitze an.


In den vergangenen Monaten sind zahlreiche philatelistische Großveranstal-tungen wegen der Corona-Pandemie abgesagt oder verschoben worden. Auch für das Jahr 2021 wurden bereits einige Ausstellungen neu terminiert, andere werden inzwischen für das Jahr 2022 geplant. Um Überschneidungen oder eine zu dichte Abfolge mit Ausstellungen im Jahr 2022 zu vermeiden, wurde bei der Entscheidungsfindung auf das Jahr 2023 verwiesen.



Unzureichend frankiertes «Schriftpaket» – nachtaxiert

von Robert Bäuml

Der erste «Taxentarif» der eidgenössischen Bundespost gemäss Bundesgesetz vom 2. und 4. Juni 1849 trat bereits am 1. Oktober 1849 in Kraft und schloss unter anderem Briefpost- und Fahrpostgegenstände für den Transport im Innern der Schweiz mit ein. Dieser Tarif war gültig bis zum 31. Dezember 1851. Zur Berechnung der jeweiligen Transporttaxen waren einerseits das Gewicht und anderseits aber auch die Beförderungsdistanzen der Sendungen massgebend. Dabei erleichterte insbesondere die Aufteilung des Landes in vier Briefkreise die Tariffindung.

Aus einer Palette möglicher Transportgegenstände der Kategorie «Briefpost» fällt uns eine Versandart und deren spezielle Gebühren besonders ins Auge. Gemeint ist das «Schriftpaket» und seine «facultative Taxbezahlung», wie es in der Tarifliste genannt wird. Das bedeutete, dass der Versender wahlweise den Brief- oder den Fahrpost-tarif anwenden konnte.
Gemäss Wortlaut des Taxentarifs waren «Schriftpakete ohne Wertangabe» (Processacten, Rechnungen, Assecuranzpapiere, Legimitationsschriften und andere Urkunden), insofern sie ausser einem allfälligen Begleitschreiben keine Briefe enthalten und das Gewicht von einem Pfund nicht übersteigen, wie Briefe zu behandeln, unterliegen jedoch nur folgenden Taxen:

Nun, weil «Schriftpakete» naturgemäss meist ein höheres Gewicht aufzuweisen hatten als normale Briefe, war es für den Postkunden naheliegend, das Angebot des aktuellen Fahrpost- tarifes zu beanspruchen, zumal sich in Anbetracht des zulässigen max. Gewichts bis zu einem Pfund für Sendungen dieser Art in den meisten Fällen vergleichsweise zum Brieftarif eine interessante Kosten-Alternative bot. Erst Sendungen über einem Pfund unterlagen laut damaligem Tarifreglement grundsätzlich der Fahrposttaxe!

Das vorliegende Exemplar (vermutlich über 1½ Loth schwer), da mit dem handschriftlichen Vermerk «Prozess-akten» und frankiert mit einer 5-Rp.-Rayon I, dunkelblau, wäre am 25. April 1851 im 1. Briefkreis von Luzern nach Sempach (bis 10 Wegstunden) korrekt mit dem Fahrposttarif von 10 Rp. zu frankieren gewesen! Die rote Tintennotiz «zu wenig» und mit gleicher Tinte beigefügt eine «2» macht es deutlich. Es fehlten 5 Rp. resp. 
2 Kreuzer (alte Währung), die als Nachporto vom Empfänger zu erheben waren.

Da meist der weiche und unebene Untergrund solcher Sendungen einen sauberen und vor allem lesbaren Stempelabdruck auf dem Wertzeichen selten gewährleistete, ersetzte man diesen kurzerhand mit zwei roten Tintenstrichen (sog. «Federzugentwertung»).
Der Umfang und das Gewicht solcher Frankaturdokumente hinterliess im Regelfall zwangsläufig Bedarfsspuren, die – wenn man diese Versandart aus den Anfängen der eidgenössischen Bundespost überhaupt noch findet – dem heutigen Sammler ein angemessenes Toleranzdenken
bezüglich des optischen Gesamteindruckes abverlangt. n

 

(SBZ 3/2021)

Abb. 1. Fahrpost-Tarifliste

Abb. 1. Fahrpost-Tarifliste

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timbre classique