Freud (und Leid) eines Ausstellers: Ein Rückblick.
Zuerst: ein grosses Lob an das ganze Team unter dem rührigen OK-Präsidenten Urs Ammann.
Sie haben es gewagt, nach der erfolgreichen ZUBRA vor einem Jahr, sich nochmals der Herausforderung einer Stufe II-Ausstellung zu stellen: kein einfaches Unternehmen, wenige Monate nach der Nationalen in Bern, die bei den Ausstellern da und dort für Unmut sorgte. Der Erfolg gibt den Organisatoren recht, die Philatelisten erschienen in Scharen (wirklich!). War es wohl wegen der Fernsehsendung «Schweiz aktuell», die über den Anlass berichtete? Eine solche Medienpräsenz muss man zuerst bewerkstelligen können. Chapeau, Urs!
In den unspektakulären Räumlichkeiten war reges Treiben bei den Händlern im Schulturnsaal 1, hell und geräumig (aber etwas kalt …). Mit zufriedenen Gesichtern und stolz die Neuerwerbungen zeigend, tauchten die Sammler in der Turnhalle 2 auf, wo es bedeutend wärmer war. Lag es an den engagierten Gesprächen vor den Exponaten oder war es die gelöste Zunge durch den bekömmlichen Wein aus der Gegend, der im Bistro ausgeschenkt wurde? Da war ein Kommen und Gehen, regen Zuspruch fanden der Tisch des OK, die vertretenen Vereine und natürlich auch der Stand der Post Schweiz AG, die einen attraktiven Block anbot.
Die Exponate standen dicht gedrängt, manchmal war kaum ein Durchkommen, so rege wurden diese angeschaut und kommentiert. Das Gezeigte war bei den jurierten Exponaten auf hohem Niveau, desgleichen wurden im Ehrenhof und Salon aussergewöhnliche Sammlungen vorgestellt.

Die Jury unter der Leitung von Christian Geissmann nahm sich gewissenhaft den Exponaten an und freute sich ob der hohen Qualität der präsentierten Arbeiten. Die 70% Erstaussteller zeigen, wie bedeutsam diese Verbandsausstellung ist. Auch die Jurygespräche sind unabdingbar. Von kompetenter Seite erhält man Hinweise zu Punkten, die einem verborgen bleiben, wenn man sich allein mit der Materie auseinandersetzt, die man sammelt und bzgl. des Sammelgutes sicher die grösste Kenntnis hat und am besten Bescheid weiss zu den seltenen Stücken seiner Sammlung. Aber ist das wirklich alles? Da gibt es ja auch die Besucher der Ausstellung, die vielleicht keine Ahnung haben, was da gezeigt wird. Sie möchten wissen, was überhaupt in den Rahmen ausgestellt ist und wozu. Sie lesen das Titelblatt und sollten gleich verstehen, was präsentiert wird. Nicht umsonst tun sich die meisten Aussteller mit dem Titelblatt schwer, so auch ich.
Im Vorfeld motivierte ich Sammler, sich dem Wettbewerb zu stellen. Das führte dazu, dass ich für mein Exponat schliesslich Nachtstunden aufwenden musste, um fünf Rahmen einlegen zu können. Und oje: da fehlten Stücke, die man doch zeigen sollte. War da nicht noch ein Album, das mir geschenkt wurde mit dem Satz: du sammelst doch so Zeugs? Und wie sollten die Belege richtig beschriftet werden? Wie war dieses Porto? Tausend Seiten im Buch von Giovanni Balimann durchblättern? Geht nicht mehr: also eine Mail an ihn, die er mir spätabends umgehend beantwortete: Herzlichen Dank an ihn und weitere Kollegen, die mir geholfen haben, dass die Schweissperlen nicht auf die Blätter tropften. Sicher erging es nicht nur mir so.
Leider konnte ich kein Jurygespräch buchen. In der schriftlichen Beurteilung der Jury war klar und schnörkellos beschrieben, was bei meinem Exponat nicht stimmte; ich wurde auf einen Sachverhalt hingewiesen, der mir, zu vertieft, nicht aufgefallen ist. Die sachkundige Jury hat dies präzis erfasst: das ist Kompetenz! Dafür bin ich sehr dankbar und werde eine neue korrekte Formulierung eines ganzen Kapitels erstellen.

