Suchkriterien löschen

Gespräch mit Dani Egli


Dani Egli war während 17 Jahren Posthalter von Netstal - auch heute noch sein Dienstort. Er ist Vorstandsmitglied im Glarner Philatelistenverein
Dani Egli travaille chez la poste à Netstal et est membre du comité directeur de la société philatélique de Glaris.

Die ‹Südostschweiz-Zeitung› widmete eine ganze Seite über meine Erfolge bei der Auktion.»
« Le journal local a relaté mes succès lors de la vente aux enchères. »

Jean-Paul Bach: Was wird in Glarus philatelistisch geboten?

Dani Egli: Wir Glarner Philatelisten treffen uns einmal im Monat zu einem Hock.

Wie viel Zeit verbringst du mit den Briefmarken?

Täglich. Die meiste Zeit verbringe ich online und durchstöbere die Angebote, sei es auf Ricardo oder Auktionen.

Ist es dir wichtig, Vereinsabende zu besuchen?

Ja, es gibt einen Austausch und es sind Gleichgesinnte, die dieses Hobby lieben, man kann fachsimpeln, tauschen und Neues lernen.

Sind Briefmarkensammler-Vereine noch zeitgemäss?

Für mich schon. Durch den Verein konnten wir schon Erfolge erleben und vor allem tolle Ausstellungen durchführen. Ohne einen Verein wäre ein solches Ereignis nicht möglich gewesen. Das Problem unseres Hobbys ist der mangelnde Nachwuchs. Ich bin mit 57 Jahren das jüngste Mitglied bei den Glarner Philatelisten, wir haben auch schon einiges versucht, leider mit wenig Erfolg

Investiert du viel Geld in deine Sammlung?

Zurzeit mehr als ich möchte. Das Angebot an philatelistischem Material ist gross, es hat viele Auktionen und viele Onlineangebote.

Hat deine Familie Verständnis für dein Hobby?

Mein näheres Umfeld kennt mich ja nicht anders, ich sammle schon seit 40 Jahren Briefmarken. Es ist meine grosse Leidenschaft. Meine Partnerin begleitet mich gerne an die Börsen oder Auktionen.

Gelingt es dir, andere für die Philatelie zu begeistern?

Das versuche ich eigentlich immer. Ich erkläre, was wir so machen und möchte weg vom Image des einsamen Sammlers, der still in seinem Kämmerchen die Briefmarken einordnet.

Jugend resp. Nachwuchs und Philatelie, wie siehst du die Zukunft?

Es macht mich schon ein wenig nachdenklich, die junge Generation hat kein Interesse am Sammeln. Aber zum Glück gibt es auch wieder einige jüngere Sammler, aber diese können die Lücken nicht schliessen.

Bist du mit der SBZ zufrieden?

Ich freue mich immer, wenn eine SBZ im Briefkasten ist, es hat immer interessante Artikel und Themen und sie ist toll gestaltet. Eine wirklich ausgezeichnete Sache. Bravo an die Redaktion der SBZ.

Hast du ein Lieblingsstück, das deinen Kanton repräsentiert?

Der rote Diesbacher. Als Jungsammler hörte ich immer von diesem Beleg mit dem roten Stabstempel Diesbach. Dass er einmal bei mir landet, damit hätte ich nie gerechnet.

Was hat dich ursprünglich zum Sammeln von Briefmarken inspiriert?

Nicht die Briefmarke hat mich inspiriert, sondern die Stempelvielfalt vom Kanton Glarus. Gotische Stempel, die Farben (Rot, Blau, Schwarz) und die vielen verschiedenen Stempelformen.


Die Fahne und das Wappen des Kantons Glarus stellt den Glaubensboten Fridolin von Säckingen mit goldenem Nimbus, Stab und Buch auf rotem Grund dar. Das Glarner Wappen bildet als einziges Kantonswappen einen Menschen ab. Die Standesfarben sind Rot, Schwarz, Weiss und Gelb. Fridolin war der Gründer des Klosters Säckingen, zu dessen Grundherrschaft Glarus bis 1388 gehörte. Seit dem 13. Jahrhundert ist eine Legende überliefert, nach der Fridolin in Glarus gewirkt haben soll. Er ist der Schutzpatron vor Erbschleicherei.

Hast du an nationalen oder internationalen Ausstellungen teilgenommen? Welche Erfahrungen hast du dabei gemacht?

Ich habe meine Sammlung an der Inposta 2016 ausgestellt, und ein grosses Erlebnis war die Ausstellung im Freulerpalast in Näfels. Ich bekam tolle Feedbacks von namhaften Sammlern, was mich schon etwas stolz machte. Jurieren lassen ist nicht so mein Ding.

Gibt es spezielle Veranstaltungen, die du besonders empfehlenswert findest?

Ich gehe gerne an Briefmarkenbörsen. Stöbern, ob man etwas Neues findet, und die Gespräche mit den Händlern sind eine tolle Abwechslung. Ich gehe natürlich auch an grosse Veranstaltungen wie die BERNABA 2025. Aber in meiner Agenda stehen meistens Börsen wie die Milchbuck-Börse oder der Briefmarkentreff in Zollikon.

Wie gehst du mit Duplikaten oder nicht mehr benötigten Briefmarken um?

Man muss mit der Zeit gehen, so bin auch ich ein kleiner Händler geworden. Ich verkaufe meine Dubletten meistens über die Plattform von Ricardo.

Was sind deiner Meinung nach die häufigsten Missverständnisse über die Philatelie?
Dass es ein altes, verstaubtes Hobby ist. Es braucht immer viel Aufklärung, und dann kommt das grosse Staunen, was wir so alles machen.

Pflegst du Freundschaften mit anderen Philatelisten?

Auch ausserhalb vom Verein pflege ich Freundschaften mit Händlern und Sammlern. So komme ich immer wieder an ein gutes Stück für meine Sammlung.

Erinnerst du dich an ein spezielles Erlebnis in Bezug auf dein Hobby?

Speziell war für mich das Medienecho nach der Rölli-Auktion 2016, als die wohl umfangreichste Glarner-Sammlung versteigert wurde. Das Fern - sehen machte einen Beitrag und die «Südost - schweiz-Zeitung» widmete eine ganze Seite über meine Erfolge bei dieser Auktion mit dem Titel «Der rote Diesbacher ist zurück»


Der rote Diesbacher-Brief 1845 von Betschwanden nach Zürich. Diesbach war zu jener Zeit die Geburtsstätte des Textil-Imperiums der Familie Legler. Oben ist der legendäre Beleg Thema in der «Südost - schweiz» vom 26. Februar 2016.
Le document « Diesbach » a fait l’objet d’un article dans le journal local du 26 février 2016.

Die Glarner waren schon immer Weltenbummler. Portogerechter Brief von 1871 ab Glarus mit Weiterfranko - vermerken über Triest nach Patras auf die Halbinsel Peloponnes in Griechenland.
En 1871, cette lettre a été envoyée de Glaris à Patras, sur la péninsule du Péloponnèse, en Grèce.